Irritiert schabe ich mit den Fingern an der Wand, die nicht mehr mit weißer, sondern mit grauer Raufaser tapeziert scheint. Ungläubig reibe ich mir die Augen und versuche mir einzureden, dass mit den Augen etwas nicht stimmt. Sicherlich bin ich zu schnell aus dem Bett hochgefahren.
Nach Sekunden öden Starrens und Aufsichwirkenlassens stelle ich fest: Alles in meiner Umgebung ist wenigstens zehn Prozent bleicher als sonst.
Mit einiger Mühe schleppe ich mich ins Bad, wasche mein Gesicht und die Augen. Bestimmt wird es besser, wenn ich etwas wacher bin.
Auch beim Frühstück bleibt es dabei. Ich sehe alles etwas bleicher, ein bisschen ausgewaschener, langweiliger als sonst. Es muss offenbar etwas Ernstes sein!
Erkältung? … Nein. Fiese Krankheiten? … Nein. Eltern und Verwandtschaft sind genetisch nicht besonders belastet, nur wenige haben (oder hatten) Krebs. Bleibt nur eine Möglichkeit übrig: Der klassische Hirntumor hat es auf mich abgesehen. Ein böswilliges, eitriges Stück Tumor, so groß, dass es beide Augen zugleich von hinten drückt! Mit dieser Erkenntnis halte ich mich allerdings besser noch zurück, denn es könnte sein, dass meine Eigendiagnose infrage gestellt wird.
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Hm, vielleicht solltest Du einmal zum Arzt gehen. Es könnte auch noch andere Erklärungen geben. Grauer Star zum Beispiel… allerdings ganz schön plötzlich… etwas Psychisches vielleicht?
Hallo Martin,
Die “Lösung” des Dilemmas wird noch etwas auf sich warten lassen …